Der Melatenfriedhof war bereits vor seiner Eröffnung vom Tode geprägt. Dort wurde er im Mittelalter als öffentliche Hinrichtungsstätte der Stadt benutzt, wo unter anderem Protestanten wegen ihrem Glauben verbrannt wurden. Selbst zu Beginn des 17.Jahrhunderts fanden die Hinrichtungen kein Ende. Zu dieser Zeit lief die Hexenverfolgung im vollen Gange und über 30 Frauen und Mädchen wurden hingerichtet.
Nachdem im Jahre 1797 die letzte Hinrichtung stattfand, wurde Melaten im Jahre 1810 als Friedhof eingeweiht. Sein Name stammt vom Französischen „malade“ (krank sein). Dieser resultiert daraus, dass in der Zeit des 12. Jahrhunderts der Melaten als Heim für Leprakranke benutzt wurde, wie beispielsweise der Hof Melaten. Wenn die Leprakranken an bestimmten Feiertagen das Gelände verlassen durften, ging ihnen ein Schellenknecht voraus, der die Bürger vor der Ansteckung warnte. Die Skulptur eines solchen Schellenknechts kann man heute am Eingang zur alten Friedhofskapelle besichtigen.
Im Jahre 1767 wurde das Gelände, das als Asyl diente, geschlossen, da Europa nun weitestgehend von der Lepra befreit wurde. Bis zum Jahre 1801 wurden die Gebäude dann als "Zucht- und Arbeitshaus" genutzt.
Anstoß für die Errichtung des Melatenfriedhofes war die Änderung des Begräbniswesens. Diese sah vor, dass die Beerdigung in Städten, Dörfern und geschlossenen Gebäuden verboten wurde und ist 1804 von Napoleon unter dem Namen "Décret sur les sépultures" erlassen wurden. Dadurch konnten die Toten nicht mehr die Nähe zu Gott, wie beispielsweise in der Kirche, erlangen, was damals eine hohe soziale Position bedeutete. Der Vorteil dieser Änderung des Bestattungswesens war eine enorme hygienische Verbesserung und brachte auch praktische Vorteile mit sich.
Daraufhin musste sich die Stadtverwaltung einen Ort suchen, an dem sie die Bestattungen erlaubterweise durchführen konnte, da nun die üblichen Orte für sie nicht mehr in Frage kamen. Der Focus der Stadtverwaltung wurde daraufhin auf das ehemalige Grundstück geworfen, wo die Leprakranken ihr Asyl gefunden haben. Nach dem Kauf des Grundstückes wurden alle Gebäude abgerissen. Die Einweihung des Melatenfriedhof im Jahre 1810 fand dann durch den Dompfarrer Michael Joseph Dumont statt. Somit wurde der Melatenfriedhof im Laufe der darauffolgenden Jahre zum zentralen Friedhof, da die Friedhöfe innerhalb der Stadt komplett geschlossen wurden. Bis zum Jahre 1829 durften auf dem Melatenfriedhof jedoch nur Katholiken bestattet werden, während die Protestanten vor den Stadtmauern auf dem alten Geusenfriedhof im Weyertal begraben wurden. Den Juden ging es da nicht anders – sie wurden in Deutz vor den Stadtmauern begraben. Jedoch wurde im Jahre 1899 eine Anlage des jüdischen Friedhofs direkt bei Melaten für die Juden freigegeben.
Melaten gehört zu einem der größten Friedhöfe in Deutschland und vereint in sich zugleich Leben und Tod. Das Leben wird besonders durch die Kunstgeschichte symbolisiert. Bekannte Bauwerke sind die klassizistischen Grabmäler mit Motiven aus der griechischen und römischen Kunst. Weitere Kunstrichtungen, die auf dem Melatenfriedhof vertreten sind, sind unter anderem die Neogotik, die Neorenaissance oder der Neubarock, welche man in Grabstätten, Skulpturen, Symbolen oder auch Motiven wieder findet.
Für die Bestattung auf dem Melatenfriedhof war es unwichtig, ob man arm oder reich war. Während die reiche Sozialschicht große und prachtvolle Gräber an den Hauptwegen hatte, mussten sich die Ärmeren mit kleinen und unscheinbaren Gräbern zufrieden geben, die einst nach 15 Jahren neu belegt wurden.
Auf Melaten kann man einige Gräber von berühmten Kölnern finden, wie beispielsweise die von Johann Heinrich Richartz (1795 - 1861), Museumsgründer oder Maria Clementine Martin, die berühmte Klosterfrau mit dem Melissengeist (1775-1843).
Neben den Gräbern hat der Melatenfriedhof auch einiges an Stadt- und Krieggeschichte durch die übrig gebliebenen Denkmäler zu bieten. Darüber hinaus ist die Natur und die Tiervielfalt inmitten der Stadt ein weiterer Anziehungspunkt von tausenden Besuchern im Jahr. Somit bleibt die Symbolik des Melaten als grüne Naturanlage, Ort der Ruhe und Besinnung weiter bestehen.